Igel -Freunde zum Kugeln
Das
wir auf dem Land wohnen, wissen natürlich auch die Kollegen. Trotzdem
waren wir überrascht, als im Herbst 2015 ein Karton auf dem
Schreibtisch meines Liebsten landete mit der Information, da wären
Igelkinder drin, aber keine Sorge, im Tierheim durchgecheckt und
danach gesund und schwer genug zum Auswildern aber dort im Garten
könnten sie nicht bleiben weil die Hunde sie traktieren und ihr
habt doch Platz...ein Igelhaus für draußen gab es gleich dazu.
Jaaa, Platz und ein Herz für Tiere haben wir. Weil sie gesund sein sollten, blieben sie erst mal wie sie waren in der Holzwolle im Karton, um sie nicht noch mehr zu beunruhigen. Futter und Wasser hatten sie da ja. Und so kamen sie mit uns nach Hause.


Jaaa, Platz und ein Herz für Tiere haben wir. Weil sie gesund sein sollten, blieben sie erst mal wie sie waren in der Holzwolle im Karton, um sie nicht noch mehr zu beunruhigen. Futter und Wasser hatten sie da ja. Und so kamen sie mit uns nach Hause.
Sehr
klein kamen mir sie schon vor, aber soviel Ahnung von Igeln hatte ich
nicht. Es war alles sehr kurzfristig. Die Kollegin hatte sie
durchchecken lassen, darauf habe ich vertraut. Und wie oft liest man
von unnötig aufgenommenen Wildtieren, die eigentlich alt genug sind..
Am nächsten Tag wollte ich sie wiegen und ihnen dann einen schönen
Platz im Garten zum Überwintern suchen. Also haben wir sie abends
erstmal nur umgebettet. Einen hohen Behälter (Igel können ja nicht
klettern, dachte ich) mit
Zeitung ausgelegt und einen mit Stroh ausgepolsterten Karton als
Häuschen hineingestellt, Wasser und gutes -anderes haben wir gar nicht-
Katzenfutter dazu. Und weil sie ja ausgewildert werden sollten,
haben sie die Nacht in der ungeheizten Sattelkammer verbracht.

So weit und leider so schlecht und völlig falsch.
Am
nächsten Tag dann die Überraschung: Igel können sehr wohl klettern und
so war der Behälter leer. Die Sattelkammer bot viele
Versteckmöglichkeiten und erst nach längerem Suchen haben wir die
beiden wiedergefunden, in einer Tasche eng aneinander gekuschelt.
So sahen sie noch kleiner aus und das erste Wiegen ergab nur 130g und
260g. Viel zu klein!!! Sie hätten gleich medizinisch versorgt und gewärmt werden müssen.
So habe ich erstmal eine gute Freundin angerufen mit Igelerfahrung und von ihr erste Tipps zu Unterbringung bekommen. Alles hatten wir falsch gemacht. Von ihr bekamen wir die Adresse einer Igelexpertin zu der ich mit den beiden Kleinen dann sofort hingefahren bin. Dort wurden sie begutachtet, entfloht, entwurmt und versorgt mit dem Nötigsten.
So habe ich erstmal eine gute Freundin angerufen mit Igelerfahrung und von ihr erste Tipps zu Unterbringung bekommen. Alles hatten wir falsch gemacht. Von ihr bekamen wir die Adresse einer Igelexpertin zu der ich mit den beiden Kleinen dann sofort hingefahren bin. Dort wurden sie begutachtet, entfloht, entwurmt und versorgt mit dem Nötigsten.
Das
kleinere Igelmädchen war sehr schwer krank und viel zu klein, es stand
auf der Kippe mit ihr. Aber ich wollte alles versuchen..
Auch
der etwas gößere Bruder war zu klein, krank und zu schwach.Er hatte
auch eine trockene Nase, eingefallene Augen und sah nicht gut aus.
Selbstverständlich hatten wir die zunächst ja völlig falsche Unterbringung gleich geändert. Wir haben zwei Kaninchenställe gekauft, einen gleich igelsicher umgebaut und im warmen Arbeitszimmer aufgestellt. Erst einmal haben wir die beiden zusammen gelassen, da sie noch sehr die Nähe zueinander suchten. Mithilfe von Snugglesafes wurde im Häuschen ein gewärmter Platz angeboten den sie zunächst beide, später nur noch das Mädchen angenommen haben.


Leider hat sie es trotz aller Bemühungen nicht geschafft und starb eine Woche später.
Bis zuletzt war sie nicht alleine, sondern bei ihrem Bruder.
RIP kleines Igelmädchen..du schläfst jetzt im Garten..
Aber der Bruder hat sich mit täglicher medizinischer Versorgung erholt und nachdem er anfing, bei der täglichen AB-Spritze knurrend mir herzhaft in die Kleidung zu beißen, bekam er den Namen IGOR. Die Augen blitzen bald wieder und er nahm schön zu.



Auch der Appetit ließ bald nichts mehr zu wünschen über.

Igel sind Schweinchen und so manches mal sah der Igelstall morgens so aus..

Immerhin, sobald er wieder gesund war, achtete er darauf, das Igelhäuschen innen sauber zu halten. Mit gut 700g konnte er dann im November 2015 in die ungeheizte Tenne umziehen, denn zum Winterschlaf halten war es im Haus zu warm. Das Kartonhäuschen habe ich mit einem zweiten Karton drumrum und Zeitung dazwischen gut isoliert und jeden Morgen war jetzt der Berg frische Zeitungsschnipsel verschwunden -Igor hat sich alles als Nestmaterial ins Häuschen geholt. Anfang Dezember hielt er dann Winterschlaf bis Ende März 2016. Jeden Abend haben wir das Wasser frisch hingestellt und etwas Trockenfutter, falls er aufwacht.
Nach dem Winterschlaf durfte er erst einmal wieder Kräfte sammeln und in seinem geschützen Stall sich wieder Gewicht anfuttern. Aber bald war ihm der enge Stall zu klein und jeden Morgen war der Stall umdekoriert. Also haben wir im Garten im Trockenen Bereich unter der großen Blautanne ein Gehege gebaut. Dahinter sammeln wir im Herbst immer das alte Holz, so dass dort eine Totholzhecke als trockener Unterschlupf für Kleintiere aller Art entsteht. Später kann sich Igor dort bei Gefahr verstecken und so seine Umgebung nach und nach erobern.

Frisch aus dem Winterhaus ins Gehege gesetzt ist alles neu und fremd. Aber das fremde Igelhaus riecht doch auch vertraut.. ich habe etwas von der Füllung des Winterhauses hineingetan.



Ab da habe ich ihn nicht mehr gesehen, da ich mit Krücken nicht im Dunkeln im Garten unterwegs bin. Aber Rolf berichtete, dass Igor abends hungrig ankommt und sein Futter verlangt. Fast schon zu zahm...das soll ja nicht so sein auf die Dauer.

Beunruhigt wirkt er gar nicht mehr, also bauen wir das Gehege gut eine Woche später ab. Ob er bei uns bleibt? Jetzt hat er die Wahl...unser naturnaher Garten birgt viele Versteckmöglichkeiten, Chemie gibt es bei uns nicht und daher viele Insekten, aber auch die Weiden schließen an und es gibt viele Hecken... viel Platz für einen kleinen Igel, sich sein Revier zu suchen. Aber bislang habe ich im Garten auch keine Aktivitäten anderer Igel gesehen, vielleicht bleibt Igor ja doch und zieht bei uns ein.
Jetzt können wir ihn nicht mehr so ohne weiteres beobachten, daher kommt die Wildkamera zum Einsatz.


Igor bleibt erstmal! Nachts holt er sich das bereitgestellte Futter und zieht dann los, seine neue Welt zu erobern.

Selbstverständlich hatten wir die zunächst ja völlig falsche Unterbringung gleich geändert. Wir haben zwei Kaninchenställe gekauft, einen gleich igelsicher umgebaut und im warmen Arbeitszimmer aufgestellt. Erst einmal haben wir die beiden zusammen gelassen, da sie noch sehr die Nähe zueinander suchten. Mithilfe von Snugglesafes wurde im Häuschen ein gewärmter Platz angeboten den sie zunächst beide, später nur noch das Mädchen angenommen haben.
Bis zuletzt war sie nicht alleine, sondern bei ihrem Bruder.
RIP kleines Igelmädchen..du schläfst jetzt im Garten..
Aber der Bruder hat sich mit täglicher medizinischer Versorgung erholt und nachdem er anfing, bei der täglichen AB-Spritze knurrend mir herzhaft in die Kleidung zu beißen, bekam er den Namen IGOR. Die Augen blitzen bald wieder und er nahm schön zu.
Auch der Appetit ließ bald nichts mehr zu wünschen über.
Igel sind Schweinchen und so manches mal sah der Igelstall morgens so aus..
Immerhin, sobald er wieder gesund war, achtete er darauf, das Igelhäuschen innen sauber zu halten. Mit gut 700g konnte er dann im November 2015 in die ungeheizte Tenne umziehen, denn zum Winterschlaf halten war es im Haus zu warm. Das Kartonhäuschen habe ich mit einem zweiten Karton drumrum und Zeitung dazwischen gut isoliert und jeden Morgen war jetzt der Berg frische Zeitungsschnipsel verschwunden -Igor hat sich alles als Nestmaterial ins Häuschen geholt. Anfang Dezember hielt er dann Winterschlaf bis Ende März 2016. Jeden Abend haben wir das Wasser frisch hingestellt und etwas Trockenfutter, falls er aufwacht.
Nach dem Winterschlaf durfte er erst einmal wieder Kräfte sammeln und in seinem geschützen Stall sich wieder Gewicht anfuttern. Aber bald war ihm der enge Stall zu klein und jeden Morgen war der Stall umdekoriert. Also haben wir im Garten im Trockenen Bereich unter der großen Blautanne ein Gehege gebaut. Dahinter sammeln wir im Herbst immer das alte Holz, so dass dort eine Totholzhecke als trockener Unterschlupf für Kleintiere aller Art entsteht. Später kann sich Igor dort bei Gefahr verstecken und so seine Umgebung nach und nach erobern.
Frisch aus dem Winterhaus ins Gehege gesetzt ist alles neu und fremd. Aber das fremde Igelhaus riecht doch auch vertraut.. ich habe etwas von der Füllung des Winterhauses hineingetan.
Ab da habe ich ihn nicht mehr gesehen, da ich mit Krücken nicht im Dunkeln im Garten unterwegs bin. Aber Rolf berichtete, dass Igor abends hungrig ankommt und sein Futter verlangt. Fast schon zu zahm...das soll ja nicht so sein auf die Dauer.
Beunruhigt wirkt er gar nicht mehr, also bauen wir das Gehege gut eine Woche später ab. Ob er bei uns bleibt? Jetzt hat er die Wahl...unser naturnaher Garten birgt viele Versteckmöglichkeiten, Chemie gibt es bei uns nicht und daher viele Insekten, aber auch die Weiden schließen an und es gibt viele Hecken... viel Platz für einen kleinen Igel, sich sein Revier zu suchen. Aber bislang habe ich im Garten auch keine Aktivitäten anderer Igel gesehen, vielleicht bleibt Igor ja doch und zieht bei uns ein.
Jetzt können wir ihn nicht mehr so ohne weiteres beobachten, daher kommt die Wildkamera zum Einsatz.
Igor bleibt erstmal! Nachts holt er sich das bereitgestellte Futter und zieht dann los, seine neue Welt zu erobern.
Alles Gute kleiner Igel Igor!
Es
war schon aufregend und interessant einen so speziellen Gast zu haben
und schön, ihm einen guten Start verschaffen zu können. Aber
es hat mir auch gezeigt, wie viel ich von der Natur, die uns umgibt
nicht kenne. Das Igel reine Insektenfresser sind zum Beispiel, dass
gutes 100% Rind Hundefutter besser ist als Katzenfutter und vieles
mehr. Jetzt habe ich das Igelbuch von Pro-Igel zuhause. Wer weiß, was
kommt, unsere Igelbehausungen sind gut weggepackt...aber nicht zu weit
weg...